IRH: ‘Terror kennt keine Grenzen!..’

Deshalb müssen wir alle zusammenhalten und

gegen den Terror noch enger zusammenrücken.

Nach den grausamen und feigen Terroranschlägen in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten in Paris, Ankara und Istanbul hat der Terror nun heute Brüssel mit mehreren Toten und Verletzten getroffen. Opfer sind wieder Zivilisten und wehrlose Menschen ungeachtet ihrer Herkunft und VReligion. 

Ramazan Kuruyüz
Vorsitzender der IRH

Im Namen der IRH/Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen verurteile ich erneut alle diese barbarischen Terroranschläge aufs Schärfste und spreche unser herzliches Beileid aus. Möge Allah/Gott den Hinterbliebenen aller Opfer dieser Terroranschläge Kraft und Geduld geben, diese schwierige Zeit zu überstehen. Wir sind in Gedanken und unseren Gebeten bei ihnen.

Es stellt sich nun die Frage: Sind auch europäische Haupt- und Großstädte nicht mehr sicher vor Terroranschlägen? Der Terror kennt keine Grenzen mehr. Was soll die internationale Staatengemeinschaft tun? Die internationale Staatengemeinschaft und vor allem die europäischen Staaten müssen gemeinsam nunmehr ohne Doppelmoral, glaubwürdig, konsequent und ohne Unterschied zwischen den Terrororganisationen gegen den Terror und alle Terrororganisationen vorgehen! Es gibt nicht “gute” oder “böse”, “meine/unsere” oder “deine/eure” Terroristen. Die Terroranschläge der letzten Zeit haben erneut bewiesen, wie wichtig und notwendig der gemeinsame Kampf gegen alle Terroristen und Terrororganisationen ist, ohne zwischen ihnen zu unterscheiden! Alle Terrororganisationen sind Terrororganisationen, egal, ob sie religiös, konfessionell, säkular oder ethnisch motiviert sind. Terrororganisationen sind Terrororganisationen, egal, ob sie IS/DAESH, PKK, PYD/YPG, DHKP-C oder was sie immer auch heißen.

Und was sollen wir als Bürgerinnen und Bürger nun nach dem Terroranschlag in Brüssel mitten in Europa tun? Nirgendwo ist es nunmehr sicher. Müssen wir zu Hause bleiben oder setzen wir ein klares Zeichen gegen den Terror und sein Ziel? Wir sollen unsere (Reise-) Freiheit/-en nicht aufgeben! Wir dürfen uns auf keinen Fall von dem Terror und den Terrororganisationen einschüchtern und uns in die Knie zwingen lassen!

Trotz des Terrors und um eine Absage gegen seinen Zweck zu erteilen, werde ich meine Osterfreien in Istanbul und Ankara verbringen und meine Solidarität mit der Türkei demonstrieren. Damit will ich auch demonstrieren, dass ich mich vor dem Terror niemals beugen werde und mich von ihm auf keinen Fall einschüchtern lasse.

Ramazan Kuruyüz
Vorsitzender der IRH/Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen

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Ankara terör katliamıyla ilgili kısa beyanlar

Statements über den Terroranschlag in Ankara

1. Vatanım Ankara

Ankara, doğduğum şehir.
Ankara, çocukluğumu ve gençliğimi geçirdiğim şehir.
Ankara, annemin ve babamın, kardeşlerimin, akrabalarımın ve dostlarımın şehri.
Ankara, hemşehrilerimin şehri.
Ankara, birinci vatanım Türkiye’nin kalbi.

Ramazan Kuruyüz
Vorsitzender der IRH

Acımasız ve barbar terör, beni ve bizi yeniden kalbimizin ortasından vurdu. Şehrim Ankara ile birlikte yas tutuyorum ve tüm ölenler (terör kurbanları) ve yaralılar için dua ediyorum.

Acımıza rağmen, dik duracağız ve teröre boyun eğmeyeceğiz. Tüm imkânlarımızla ve tüm barış severlerle birlikte teröre, teröristlere ve uluslararası destekçilerine karşı mücadeleye devam edeceğiz.

2. Bazı Alman medyasında karalama ve çarpıtma yayınlar:

„Türk Devleti, kendi halkına, Kürtler’e karşı savaşıyor.“

Gerçek ise: Türk Devleti, terör örgütü PKK’ya karşı savaşmaktadır!

Aksi halde, Türkiye’de, tıpkı Suriye’de olduğu gibi, bir iç savaş olurdu. Bu, söz konusu bile değildir ve asla da olmayacaktır! Çünkü, Türkiye’deki Türkler ve Kürtler dayanışma içinde ve kardeşçe terör örgütü PKK’nın karşısında ve devletin teröre karşı mücadelesinin arkasında durmaktadırlar!

Aynı medya, yayınlarında ve bazı politikacılar, aynı zamanda IŞİD/DAEŞ terör örgütüne karşı uluslararası mücadeleden söz etmektedirler; haklı olarak.

Peki Türk Devleti, terör örgütü PKK’ya karşı savaştığında, neden bu çifte standart ve neden bu çarpıtma?

Bir terör örgütünün terör örgütü olarak anılması için, sadece Paris, Londra, Brüksel, Madrid veya Berlin’i mi vurması gerekiyor? Bazı Alman medyasının ve Almanya’daki bazı politikacıların bu çifte standartı artık sona ermelidir. Terör, milliyet veya din ayrımı yapmamaktadır. Terör, dünyanın her tarafında gerçekleşebilir ve herkesi vurabilir. Bundan dolayı, dünyanın her tarafındaki terör ve terör örgütleri hiçbir fark gözetilmeksizin, çifte standartsız, “Evet, Ama’sız ve kararlılıkla lanetlenmeli ve bunlara karşı mücadele edilmelidir.

Statements über den Terroranschlag in Ankara

1. Meine Heimat Ankara

Ankara ist die Stadt meiner Geburt.
Ankara ist die Stadt meiner Kindheit und meiner Jugendheit.
Ankara ist die Stadt meiner Eltern, Geschwister, Verwandten und Freunde.
Ankara ist die Stadt meiner Landsleute.
Ankara ist das Herz meiner ersten Heimat Türkei.

Und der grausame und barbarische Terror hat mich und uns mitten im Herzen wieder getroffen. Ich trauere mit meiner Stadt Ankara zusammen und bete für alle Opfer und Verletzten.

Dennoch werden wir gerade stehen und uns dem Terror nicht beugen. Wir werden uns mit allen unseren Möglichkeiten gemeinsam mit allen Friedliebenden weiterhin gegen den Terror, die Terroristen und ihre internationalen Unterstützer einsetzen.

2. Verleumderische und manipulierte Berichterstattung in manchen deutschen Medien:

„Der türkische Staat kämpft gegen sein eigenes Volk, gegen Kurden.“

Fakt ist: Der türkische Staat kämpft gegen die Terrororganisation PKK!

Sonst hätte es in der Türkei einen Bürgerkrieg gegeben, wie in Syrien. Dies ist nicht der Fall und wird niemals sein! Denn Türken und Kurden in der Türkei stehen solidarisch und geschwisterlich gegen die Terrororganisation PKK und hinter dem Kampf des Staates gegen den Terror!

Dieselbe Medien berichten und manche Politiker reden aber zugleich von einem internationalen Kampf gegen die Terrormiliz/Terrororganisation ISIS, nicht gegen die Muslime oder eine bestimmte Volksgruppe; zu Recht.

Warum dann und denn diese Doppelmoral, diese Verleumdung und diese Manipulation, wenn der türkische Staat gegen die Terrororganisation PKK kämpft?

Wird eine Terrororganisation erst dann beim Namen genannt, wenn sie Paris, London, Brüssel, Madrid oder Berlin trifft? Diese Doppelmoral in manchen deutschen Medien und mancher Politiker in Deutschland muss endlich aufhören! Der Terror unterscheidet weder nach Herkunft noch Religion. Er kann überall in der Welt stattfinden und jeden treffen. Deshalb müssen der Terror und die Terrororganisationen überall in der Welt ohne Unterschied, ohne Doppelmoral, ohne Wenn und Aber und entschieden verurteilt und bekämpft werden.

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Der Terror ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Wir verurteilen den Terroranschlag in Ankara aufs Schärfste und wünschen allen Opfern Allahs/Gottes Segen, ihren Familienangehörigen und dem türkischen Volk  unser herzliches Beileid und Geduld sowie allen Verletzten baldige Genesung.

Der Terror ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, egal, von wem er ausgeht.

An dem Terroranschlag bzw. dem Verbrechen in Ankara sind auch alle Staaten, Regierungen, ihre Geheimdienste und alle politischen Parteien ob in der Türkei oder auf der internationalen Ebene mitverantwortlich und mitschuldig, die diese Terrororganisation/-en politisch, militärisch und finanziell unterstützt haben und weiterhin unterstützen.

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Was sollen und können wir aus den heutigen Landtagswahlen lernen?

Ursachen der rechtsextremen Entwicklungen bekämpfen!

Ramazan Kuruyüz
Vorsitzender der IRH

Was sollen und können wir aus den heutigen drei Landtagswahlen (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt) und den Kommunalwahlen in Hessen letzte Woche lernen, in denen die rechtsextreme AfD/Alternative für Deutschland die dritt- oder zweitgrößte Kraft geworden ist?

Die Flüchtlingsfrage ist mittlerweile zu einer Flüchtlingskrise in Deutschland und Europa geworden.

Diese Krise zeigt, dass in Europa in weiten Teilen der europäischen Gesellschaft in der Tat die Kultur des Teilens und der Solidarität mit den Menschen in Not fehlt.

Die deutschen und europäischen Regierungen und Staaten sollen deshalb vielmehr an den Ursachen dieser fehlenden Kultur und ihren Lösungsperspektiven arbeiten. Nur so kann man gegen den Anstieg der rechtsextremen Parteien wirksam vorgehen.

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Die Frau im Islam

Die westliche Vorstellung vom islamischen Frauenbild ist bestimmt von einer islamischen Frauenfeindlichkeit. Diese negative Vorstellung im Westen wird genährt durch die weitverbreitete Realität in islamischen Gesellschaften. Diese Realität weicht an vielen Stellen von den Bestimmungen ab, wie sie in Koran und Sunna, Leben des Propheten, gegeben sind. Das Vorhandensein der theoretischen Grundlagen reicht nicht aus, sondern es muss auch der Wille da sein, diese Grundlagen durchzusetzen und Traditionen zu überwinden, die ihnen entgegenstehen.

Ramazan Kuruyüz
Vorsitzender der IRH

Der Mensch ist männlich und weiblich und beiden gebührt die uneingeschränkte Würde.

Der Mensch ist als Zweiheit geschaffen, als männlich und weiblich, ohne Zuschreibung einer Wertigkeit für die Teile dieser Zweiheit, weil beide Teile sich gegenseitig ergänzen. Für den Islam ist nur eine gesunde Beziehung zwischen beiden Geschlechtern wirklicher Garant für den Aufbau einer gesunden Gesellschaft.

So hebt der Koran die gleiche Würde von Mann und Frau hervor:

Ihr Menschen! Handelt Taqwa (d.h. Ehrfurcht) gemäß eurem HERRN gegenüber, Der euch aus einem einzigen Wesen geschaffen hat, aus ihm sein Partnerwesen geschaffen hat und aus beiden viele Männer und Frauen vermehren ließ.“ (Koran: 4, 1)

Ein anderer Vers zeigt, dass die Taten von Frauen und Männern von Gott gleichermaßen anerkannt werden:

Dann erhörte sie ihr HERR: ‚Gewiss, ICH lasse keine Tat eines Tuenden von euch, ob männlich oder weiblich, verloren gehen, die einen von euch sind wie die anderen.“ (Koran: 3, 195)

Die Frau ist nach islamischem Verständnis genau das gleiche wie der Mann: ein Mensch, ein Kind Adams, ausgestattet mit Ehre und Würde:

Und wahrlich, Wir haben die Kinder Adams geehrt und sie über Land und Meer getragen und sie mit guten Dingen versorgt und sie ausgezeichnet -eine Auszeichnung vor jenen vielen, die Wir erschaffen haben.“ (Koran: 17, 70)

Ihr Menschen! Gewiss, wir erschufen euch aus einem Männlichen und einem Weiblichen und machten euch zu Völkern und Stämmen, damit ihr euch kennenlernt. Gewiss, der Würdigste von euch bei ALLAH ist derjenige mit am meisten Taqwa (Gottesfurcht, Frömmigkeit). Gewiss, ALLAH ist allwissend, allkundig.“ (Koran: 49, 13)

Diese Koranverse zeigen, dass vor Gott niemand aufgrund seines Geschlechts besser oder schlechter ist, sondern dass allein die aufrichtigen und gottgefälligen Taten der Menschen den Maßstab ausmachen, sich vor Gott zu profilieren.

Allah/Gott macht im Verhältnis von Leistung und Lohn keinen Unterschied zwischen Mann und Frau:

Wahrlich, die muslimischen Männer und die muslimischen Frauen, die Männer, die den festen Glauben verinnerlicht haben und die Frauen, die den festen Glauben verinnerlicht haben, die gehorchenden Männer und die gehorchenden Frauen, die wahrhaftigen Männer und die wahrhaftigen Frauen, die geduldigen Männer und die geduldigen Frauen, die sich hingebenden Männer und die sich hingebenden Frauen, die spendenden Männer und die spendenden Frauen, die fastenden Männer und die fastenden Frauen, die sich keusch haltenden Männer und die sich keusch haltenden Frauen und die ALLAHs viel gedenkenden Männer und die ALLAHs viel gedenkenden Frauen; Allah hat ihnen (allen) Vergebung und großen Lohn bereitet.“ (Koran: 33, 35)

Das Frauenbild im Islam ist nicht identisch mit dem historischen Frauenbild Europas:

Der Islam kennt keine Erbsünde. Eva ist nicht der Ursprung der Sünde. Die Frau ist nicht Verführerin des Mannes, sondern beide, Mann und Frau tragen jeder für sich selbst die Verantwortung für ihr Fehlgehen und beide bitten Allah (ta’ala/Den Erhabenen) um Vergebung und ER verzeiht beiden.

Im Islam gab es nie eine theologische Diskussion darüber, ob die Frau eine Seele hat.

In der islamischen Geschichte gab es niemals von Seiten der Religion geduldete frauenfeindliche Auswüchse – wie im abendländischen Mittelalter – Inquisition, Hexenverbrennung, usw.

Der Islam kennt keine Leibfeindlichkeit. Beide Geschlechter sind Teil der Schöpfung, ihre Aufgabe besteht u.a. darin, sich gegenseitig partnerschaftlich zu ergänzen und in der Ehe sexuelle Erfüllung zu erleben. Ehe und Sexualität, d.h. die gottgewollte partnerschaftliche Beziehung zum anderen Geschlecht ist im Islam positiv besetzt und ihre Ausübung wird als rituelle Handlung belohnt; „Heirat ist die halbe Religion“. Freiwillige Askese wird als widernatürlich bewertet und ist verboten.

Der Islam kennt keinen Ausschluss von Frauen bei theologischen Ämtern, es gibt und gab immer weibliche Muftis und weibliche islamische Gelehrte/Islamologinnen.

Der Islam kennt keinen Ausschluss von Frauen und Mädchen aus dem Bereich der Bildung. Der Erwerb von Bildung ist eine religiöse Pflicht für Frauen und Männer. Bildung war seit Beginn der islamischen Geschichte nie ein Privileg der Männer. Einer der großen Gründer einer Fiqh-Schule/ Mazhab, Imam Asch-schafi’i studierte bei einer Frau.

Die Stellung der Frau als Mutter

Eine bekannte Überlieferung zeigt, welch hohe Stellung der Islam der Mutter gibt:

Der Prophet, Friede sei mit ihm, wurde von einem Mann gefragt: “Wen soll ich am besten behandeln?” Er antwortete: “Deine Mutter.” Der Mann fragte weiter: “Und wen danach?”. Der Prophet antwortete: “Deine Mutter.” Der Mann fragte noch einmal: “Und wen danach?” Der Prophet antwortete: “Deine Mutter.” Der Mann fragte wiederum : “Und wen danach?” Da antwortete der Prophet: “Deinen Vater.”.

In einer anderen sehr bekannten Überlieferung sagte der Prophet, Friede sei mit ihm,:

“Das Paradies liegt zu den Füßen der Mütter.”

Nach dem Verbot des Schirks (d.h. dass man Allah etwas zur Seite stellt, und damit Vielgötterei betreibt, was im Islam die größte Sünde darstellt) kommt das Verbot der Ungerechtigkeit gegenüber den Eltern. Beide Elternteile sollen gut behandelt werden, aber der Mutter gebührt eine noch bessere Behandlung.

Im Koran finden wir die Anweisung zum respektvollen Umgang der Kinder mit ihren Eltern:

Und dein Herr bestimmte, dass ihr niemandem außer Ihm dient, und dass ihr den Eltern Gnade erweist. Sollten beide bei dir das hohe Alter erreichen –einer von ihnen oder beide, so sag ihnen niemals: ‚Pfui!‘ Und schelte sie nicht und sag ihnen schöne Worte. Und sei ihnen gegenüber demütig aus Barmherzigkeit und sage: ‚Mein Herr! Erweise ihnen Gnade, so wie sie mich von klein an aufgezogen haben.‘„ (Koran: 17, 23-24)

Mit “Pfui” sind alle möglichen Unmutsäußerungen gemeint, mit denen man auf Forderungen, Bedürfnisse oder Ansprüche der Eltern reagieren könnte. Die Aufforderung, so etwas zu unterlassen, gilt insbesondere gegenüber der Mutter, da die Kinder üblicherweise zu der Mutter einen engeren Kontakt haben und aus diesem Grund möglicherweise ihr gegenüber einen geringeren Respekt zeigen als gegenüber dem Vater. Dass im Koran an dieser Stelle das kleinste Beispiel für Respektlosigkeit gegenüber den Eltern gewählt wird, zeigt, dass alles andere, was noch schlimmer ist (wie Beschimpfen, Vernachlässigen oder gar Schlagen) noch stärker verboten ist.

Die Stellung der Frau als Ehefrau

Das wichtigste Ziel der Ehe ist die Liebe und die Barmherzigkeit. Die Liebe und die Barmherzigkeit müssen im Mittelpunkt der Ehe stehen, denn eine Ehe, bei der keine Liebe, Barmherzigkeit und somit Kooperation entstehen, ist zum Scheitern verurteilt. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig zu betonen, dass die Frau zur Ehe nicht gezwungen werden kann. Eine Ehe, die unter Zwang zustande kommt, ist nicht rechtskräftig.

Ebenso zu den Zeichen ALLAHs zählt, dass ER für euch von eurem Wesen Partnerwesen erschuf, damit ihr bei ihnen Geborgenheit findet. Und ER setzte zwischen euch Liebe und Barmherzigkeit. Gewiss, darin sind doch Zeichen für Leute, die nachdenken.“ (Koran: 30, 21)

Die westliche Vorstellung vom islamischen Frauenbild wird auch durch die falsche Übersetzung des Koranverses 4, 34 bestimmt. Die sachgemäße Übersetzung sollte lauten: „Die Ehemänner sind verantwortlich gegenüber ihren Ehefrauen.“ oder „Die Ehemänner stehen für ihre Ehefrauen ein.“ Diese Verantwortung betrifft sämtliche Lebensbelange der Ehefrau (wie standesgemäßer Lebensunterhalt, Kleidung, Wohnung usw.). Es ist die Verpflichtung des Ehemannes, von seinem Vermögen für die Lebensbelange der Ehefrau aufzukommen. Der Ehemann verliert diese Vorrangstellung in dem Moment, wenn er nicht mehr in der Lage ist, seiner sozialen Verantwortung nachzukommen; der Vorrang ist also ausschließlich funktional begründet.

Im Arabischen steht in diesem Vers “Männer” und “Frauen”, gemeint sind jedoch die Ehemänner und Ehefrauen, weil Männer fremden (d.h. nichtverwandten) Frauen gegenüber in keiner Weise verantwortlich sind. Die allgemeine Aussage “Männer sind gegenüber Frauen verantwortlich” kann auch deshalb nicht zutreffen, weil eine Frau auch die Chefin eines Mannes sein kann, wie z.B. im Fall von Khadidscha, bei der der Prophet (Friede sei mit ihm) angestellt war.

Nun einige Überlieferungen von dem Propheten Muhammad, Friede sei mit ihm, zum Umgang mit den Ehefrauen:

“Nur ein edler Mensch behandelt sie gut, nur ein mieser Mensch behandelt sie schlecht.”

“Derjenige von euch, der seine Ehefrau am besten behandelt, ist der Beste von euch. Und ich bin der Beste zu meinen Frauen.”

“Diejenigen, die am vollkommensten sind und diejenigen, die mir am nächsten sind, sind diejenigen, die am besten mit ihren Ehefrauen umgehen.”

Nach diesen Hadithen ist also der Maßstab für die Vollkommenheit eines Muslims sein Umgang mit seiner Ehefrau!

Der Prophet, Friede sei mit ihm, hat in seinem Leben niemals eine Frau geschlagen, beleidigt oder gekränkt. Wenn er nach Hause kam und seine Frauen kein Essen vorbereitet hatten, sagte er nur: “Ich faste heute.” Dies ist die Sunna des Propheten, das Vorbild, an das sich alle Muslime halten sollen.

Der Prophet, Friede sei mit ihm, hat von Anfang an Männer und Frauen zum Islam eingeladen, und

Frauen waren auch an politischen Handlungen beteiligt, wie z.B. bei der Bay’a (Treueschwur) von Aqaba, die faktisch die Gründung der islamischen Gemeinde bedeutete.

Die Stellung der Frau als Tochter

Zu diesem Punkt gibt es nicht zu viel zu sagen, denn eine Tochter soll genauso behandelt werden wie ein Sohn. Alle Geschenke, Taschengeld und ähnliches müssen Söhnen und Töchtern gleichermaßen gegeben werden, niemand darf bevorzugt werden. Einmal kam ein Mann zum Propheten, Friede sei mit ihm, und bat darum, dass der Prophet Zeuge für eine Schenkung an seinen Sohn sein solle. Als der Prophet erfuhr, dass der Mann seinen übrigen Kindern nicht das gleiche schenken wollte, lehnte er die Zeugenschaft ab.

Die Sitten, die in manchen muslimischen Familien verbreitet sind, dass nämlich die Tochter den Sohn bedienen muss und ähnliche Dinge, haben mit dem Islam nichts zu tun.

Da sich viele Menschen über einen Sohn mehr freuen als über eine Tochter (der Sohn wird später Geld verdienen, er trägt unseren Namen, die Tochter heiratet später usw.), bezeichnet der Islam die Erziehung der Töchter als besonders verdienstvoll. Nach einer Überlieferung von dem Propheten, Friede sei mit ihm, kann jemand, der drei Töchter gewissenhaft erzieht, sich auf den Lohn des Paradieses freuen. Der Prophet wurde daraufhin gefragt, ob dies auch für zwei Töchter gelte, was er bejahte. Auch die Frage, ob dies auch für eine Tochter gelte, wurde bejaht.

Das Recht auf Bildung gilt auch für beide Geschlechter. Der Prophet, Friede sei mit ihm, sagte:

“Das Streben nach Wissen ist Pflicht für jeden Muslim und jede Muslima.“

Ramazan Kuruyüz

Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen/IRH

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