Demokratie lebt von Nachwuchsförderung

Muslimisches Jugendbildungsprogramm

feiert ersten Modulabschluss

Im September vergangen Jahres haben Muslime in der rheinland-pfälzischen Hauptstadt Mainz ein modernes Bildungsprogramm für Jugendliche namens Kompass – Muslimische Jugendbildung erfolgreich gestartet. Entwickelt wurde Kompass durch die Diplom-Pädagogin, Religionswissenschaftlerin und Trainerin für selbstorganisiertes Lernen und Kommunikation Frau Misbah Arshad aus Mainz. Das Besondere am pädagogischen Konzept von Kompass – Muslimische Jugendbildung ist, dass eine religiöse Bildung mit einem Kompetenztraining gekoppelt ist. Auf diese Weise erhalten Jugendliche nicht nur theologisches Grundwissen, sondern erlernen ganz nebenbei auch Kompetenzen, die für die Schule und die spätere Berufslaufbahn von großer Bedeutung sind. Diese sind u.a. Kommunikationsfähigkeit, selbstorganisiertes Lernen und Arbeiten und interkulturelle und interreligiöse Kompetenzen.

Der Vorsitzende der Schura Rheinland-Pfalz Landesverband der Muslime, Mustafa Cimşit, der als Pädagoge bei Kompass – Muslimische Jugendbildung mitarbeitet, erläutert: „Unser Landesverband hat seit seiner Gründung die gesamtgesellschaftliche Verantwortung nicht aus den Augen verloren. Umso sehr erfreut es uns, dass wir nun ein Konzept erprobt haben, dass sowohl allen Muslimen, als auch interessierten Nichtmuslimen offensteht; genau in dem Geiste wie die Jugendbildungsangebote der Kirchen den Muslimen offenstehen. Kompass folgt dem Vorbild Pestalozzis nach einem „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“ und verknüpft religiöse Bildung mit einem umfassenden Kompetenztraining. Die Jugendlichen werden individuell in ihrer Redefähigkeit, im emotionalen Lernen und in der Mediendidaktik gefördert, damit sie zu selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen. Stützend auf ein weltoffenes und lebensbejahendes Islamverständnis, vermittelt Kompass den Jugendlichen Respekt und Toleranz gegenüber anderen Weltanschauungen und Religionen. Ein solches Bildungskonzept schützt unsere Jugendliche vor radikalem Gedankengut am besten und ist damit die beste Art der Extremismusprävention.“

Der Vorstandsmitglied der Schura Rheinland-Pfalz und Vorsitzende des Islamischen Kulturzentrums der Bosniaken in Mainz, Rifat Halilović, zeigt sich zufrieden über den erfolgreichen Verlauf: „Ich bin sehr froh, dass wir einen so tollen Start hatten. Sehr viele Plakate und Visualisierungen, die u.a. die Jugendlichen in den Seminaren selbst erstellt haben, hängen in unserer Gemeinde aus, so dass auch unsere Gemeindemitglieder vieles aus dieser Bildungsarbeit mitnehmen können.“ Die Jugendlichen, die an Kompass – Muslimische Jugendbildung teilnehmen, sind zwischen 11 und 15 Jahre alt, multi-ethnisch und stammen größtenteils aus Mainz. Manche von ihnen nehmen sogar große Strecken in Kauf. So zum Beispiel Sahar aus Kronberg: „Ich habe mir so etwas wie Kompass immer gewünscht“, erzählt die 16-jährige Schülerin. „Ich finde es toll, dass ich hier viel Neues über meine Religion lernen kann und dass ich an die Trainer meine Fragen stellen kann, ohne Angst haben zu müssen, mich dafür zu schämen oder schief angeschaut zu werden. Das Programm ist auch sehr abwechslungsreich und ich konnte auch sehr viel für die Schule lernen – ich fühle mich hier gut aufgehoben.“

Mittlerweile hat Kompass zehn Monate seiner Bildungsarbeit hinter sich und feiert seinen ersten Modulabschluss. „In diesem Modul haben wir uns nicht nur mit grundlegenden Themen wie die Quellen des Islams, die fünf Säulen und den Glaubensgrundlagen beschäftigt, sondern haben uns auch mit gesellschaftspolitischen Themen wie Krankheit und Behinderung, Integration und Umgang mit Vorurteilen und Diskriminierung auseinandergesetzt. Ich bin froh, dass wir zu diesen Themen auch namhafte Persönlichkeiten als Gäste begrüßen durften und mit Ihnen gemeinsam jeweils einen ganzen Seminartag gestalten konnten. Auf diese Weise begleitete uns der Sozialwissenschaftler aus Wetzlar, Herr Dr. Mustapha Ouertani zum Thema Krankheit und Behinderung, der rheinland-pfälzische Landesbeauftragte für Migration und Integration, Herr Miguel Vicente zum Thema Integration, der stellv. Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Beiräte für Migration und Integration (AGARP) in Rheinland-Pfalz, Herr Aleksander Ceh, und der Vorsitzende des Institutes für Interkulturelle Pädagogik im Elementarbereich (IPE-Mainz), Herr Prof. Otto Filtzinger zu den Themen Umgang mit Vorurteilen und Diskriminierung. Ihnen allen bin ich zutiefst dankbar dafür, dass sie unser Jugendbildungsprogramm aktiv mit begleitet haben und uns damit ihre Wertschätzung entgegengebracht haben“, so Misbah Arshad.

Die Modulabschlussfeier findet am 21. Juni 2014 um 18.00 Uhr im Islamischen Kulturzentrum der Bosniaken in der Canisiusstraße 21a in 55122 Mainz statt. Bei Kaffee und Kuchen sollen Einblicke in die pädagogische Arbeit der bis dahin vergangen zehn Monate gegeben werden. Ehrengäste zu dieser Veranstaltung sind der renommierte Geograph und Leiter des Zentrums für Forschung zur Arabischen Welt (ZEFAW), Prof. Dr. Günter Meyer, und der stellv. Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Beiräte für Migration und Integration (AGARP) in Rheinland-Pfalz, Aleksander Ceh, die unsere Gäste an diesem Abend persönlich begrüßen werden.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Über die Berichterstattung der Presse würden wir uns sehr freuen. Um eine Anmeldung bis zum 18.06.14 unterinfo@muslimische-jugendbildung.de wird gebeten.

 

Mustafa Cimşit                                                                                               Rifat Halilović                                                                                                 Misbah Arshad

Vorsitzender Schura Rheinland-Pfalz                                                                Vorsitzender Islamisches Kulturzentrum der Bosniaken e.V.                                     Leiterin Kompass – Muslimische Jugendbildung

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