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Zingal: ‘Sehr geehrter Herr Minister Horst Seehofer’

mit Ihrem Satz: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“ haben Sie Millionen Muslimen, die in der Bundesrepublik Deutschland seit mehreren Jahrzehnten leben, das Gefühl vermittelt, nicht Teil dieses Landes zu sein. Einer Ihrer ersten Amtshandlungen als Heimatminister bestand somit darin, Muslime in Deutschland dazu zu veranlassen, das Gefühl der Verbundenheit mit ihrer Heimat Deutschland in Frage zu stellen. Dies war ein denkbar schlechter Start als neuer Heimatminister. Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass wir selbst vor Jahrzehnten wesentlich weiter waren.

Gebet von Muslimen im Kölner Dom am 3.02.1965

Vor über 50 Jahren, am 3. Februar 1965, versammelten sich Hunderte von muslimischen Gastarbeitern im nördlichen Seitenschiff des Kölner Doms. Sie wandten sich Richtung Mekka, um das Gebet zum Ramadan-Fest nach ihren Regeln zu verrichten. Das Domkapitel hatte mehreren hundert türkischen Gastarbeitern, weil im Kölner Gebiet keine Moschee vorhanden war, zwei Seitenschiffe der katholischen Kathedrale zur Verfügung gestellt. Auf mitgebrachten Gebetsteppichen kniend, verrichteten die Muslime ihr Gebet. Am gleichen Ort hatte 1147 der Zisterzienser-Abt Bernhard von Clairvaux zum zweiten Kreuzzug gegen die Türken aufgerufen.

Die Muslime haben sich an den christlichen Symbolen nicht sehr gestört. Jedenfalls bedankten sich die türkischen Gastarbeiter am Ende des Gebetes, indem sie für den Wiederaufbau des Doms spendeten. Sie warfen zum Zeichen persönlichen Dankes Geld in den Opferstock, dessen Inhalt dem weiteren Wiederaufbau des Domes zugedacht war. Und der Imam – so wird berichtet – lobte das Domkapitel für die brüderliche Geste.

Sehr geehrter Herr Seehofer, es gibt nunmehr über 2750 Moscheen in Deutschland und somit keine Notwendigkeit mehr, eine Kirche oder ein anderes Gebäude für Muslime zur Verfügung zu stellen, damit diese ihren Glauben in Würde ausleben können. Denn der Islam ist schon längst ein Teil Deutschlands geworden. Dies hat unsere Kanzlerin und Ihre Kabinettschefin Angela Merkel zutreffend festgestellt.

Sie sollten sich allerdings als Heimat- und Innenminister, mindestens genauso wie die Verantwortlichen des Kölner Doms damals, ebenfalls darum bemühen, alle Menschen dieses Landes, unabhängig davon ob und welchen Glauben Sie haben, ein Gefühl der Verbundenheit mit der Bundesrepublik Deutschland zu vermitteln. Dies ist Teil Ihrer Verantwortung als Minister. Außerdem sind Sie Parteimitglied der CSU (Christlich-Soziale Union). Und ich hoffe daher inständig, dass Sie jene christlichen Werte der Nächstenliebe, die Ihre Glaubensgeschwister vor gut 50 Jahren so eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht haben, ebenfalls verinnerlichen und leben werden. Das ist das, was unser Deutschland braucht und keine weiteren, aus politischem Kalkül heraus aus dem Boden gestampften Debatten, die spalten und entzweien.

Ihr,
Fatih Zingal

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